Rat für wissenschaftliche Integrität

Der Rat für wissenschaftliche Integrität ist in seiner Organisation unabhängig. Er leitet und beaufsichtigt die Geschäftsstelle. Er ist für die Berichterstattung verantwortlich und nimmt eine jährliche Gesamtbeurteilung der Integritätsverfahren vor. Zudem vertritt der Rat für wissenschaftliche Integrität das KWIS nach aussen. 

Der Rat für wissenschaftliche Integrität besteht aus Expertinnen und Experten, die über ein grosses disziplinäres Fachwissen verfügen und als solche in der wissenschaftlichen Gemeinschaft anerkannt sind. Er ist ein ständiger Ausschuss des Hochschulrats. Der Rat wählt die Mitglieder und bestimmt die Präsidentin oder den Präsidenten sowie die Vizepräsidentin oder den Vizepräsidenten.

Der Rat für wissenschaftliche Integrität besteht aus mindestens drei Expertinnen und Experten aus verschiedenen Fachbereichen. Mindestens eine Expertin oder ein Experte ist hauptsächlich im Ausland tätig. Die Mitglieder üben ihr Mandat persönlich aus.

Aktuell setzt sich der Rat aus fünf Mitgliedern zusammen: Dem Präsidenten, der Vizepräsidentin und drei weiteren Mitgliedern. Der Präsident, Prof. em. Dr. Edwin Charles Constable, wurde von der Schweizerischen Hochschulkonferenz (SHK) in der Sitzung vom 8. November 2024 als erster Präsident des Rates für wissenschaftliche Integrität mit Amtsantritt per 1. Januar 2025 gewählt. Die Vizepräsidentin sowie die weiteren Mitglieder des Rates wurden vom Hochschulrat in der Sitzung vom 27. November 2025 für eine Amtszeit von vier Jahren ab dem 1. Januar 2026 gewählt.

Präsident Rat für wissenschaftliche Integrität

Prof. em. Dr. Edwin Charles Constable

Edwin Charles Constable ist emeritierter Professor der Universität Basel in Chemie. Er wurde Forschungsdekan der Philosophisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät und Vizerektor für Forschung und Nachwuchsförderung zwischen 2011-2018. Er war einer der Autoren des Kodex zur wissenschaftlichen Integrität und als Experte für die Errichtung des KWIS tätig. Er ist ebenfalls Präsident von Euresearch in der Schweiz. Er engagiert sich nach wie vor stark in den chemischen Wissenschaften, unter anderem als Präsident der Abteilung VIII der International Union of Pure and Applied Chemistry (IUPAC), als Mitglied des Wissenschaftsrats der IUPAC sowie als Mitglied des Kuratoriums der Royal Society of Chemistry.

Vize-Präsidentin Rat für wissenschaftliche Integrität

Prof. ass. Christine Clavien

Nach einer Dissertation in Moralphilosophie und Wissenschaftsphilosophie an den Universitäten Neuenburg und Paris I sowie einem Postdoktorat an der Columbia University in New York arbeitete Christine Clavien zunächst als Erste Assistentin und anschliessend als Maîtresse assistante am Departement für Ökologie und Evolution der Universität Lausanne. Danach wechselte sie an das Institut Ethik, Geschichte und Humanwissenschaften der medizinischen Fakultät der Universität Genf. Ihre Forschung ist an der Schnittstelle verschiedener Wissenschaften angesiedelt (insbesondere Philosophie, Biologie, Ökonomie, Psychologie, Medizin und Informatik) und integriert sowohl theoretische als auch qualitative und quantitative Methoden. Darüber hinaus ist sie Mitglied der Nationalen Ethikkommission im Bereich der Humanmedizin (NEK) sowie des Büros der Universitären Kommission für ethische Forschung in Genf (CUREG).

Mitglied Rat für wissenschaftliche Integrität

Prof. em. Dr. iur. Bernhard Ehrenzeller

Bernhard Ehrenzeller habilitierte in der Rechtswissenschaft (1993). 1997 wurde er als ordentlicher Professor für Öffentliches Recht an die Universität St.Gallen berufen. Von 1998 bis 2020 war er Direktor des Instituts für Rechtswissenschaft und Rechtspraxis (IRP-HSG) und in den Jahren 2003 bis 2011 Prorektor für Forschung tätig. Sehr aktiv ist er im Bereich Staatsrecht und war insbesondere in die Revision der Bundesverfassung (1999) und die Hochschulgesetzgebung des Bundes (2011) und des Kanton St. Gallen (2023) sowie in die Erarbeitung der Rechtsgrundlagen des Kompetenzzentrums für wissenschaftliche Integrität Schweiz (KWIS) involviert. Von 2020 bis Anfang 2024 war er Rektor der Universität St.Gallen.

Mitglied Rat für wissenschaftliche Integrität

Prof. em. Dr. med. Matthias Egger

Matthias Egger studierte Medizin in Bern und Epidemiologie an der London School of Hygiene & Tropical Medicine. Seine Forschung umfasst die klinische und Public Health Epidemiologie von HIV/AIDS, Ebola, Tuberkulose sowie COVID-19. International bekannt wurde er durch seine Arbeiten zu grossen Kohortenstudien, pragmatischen klinischen Studien und Meta-Analysen. Methodisch leistete er Beiträge zu Publikationsbias, Reporting-Guidelines (STROBE, CONSORT) und zur Netzwerk-Meta-Analyse. Von 2017 bis 2024 war Egger Präsident des Forschungsrats des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) und spielte 2020 eine Schlüsselrolle beim Aufbau der Swiss National COVID-19 Science Task Force, deren erster Leiter er war.

Mitglied Rat für wissenschaftliche Integrität

Dr. Sabine Chai

Sabine Chai ist, wie in der Verordnung geregelt, die Expertin im Rat, die hauptsächlich im Ausland tätig ist. Sie ist seit 2022 die Geschäftsführerin der Österreichischen Agentur für wissenschaftliche Integrität (ÖAWI). In dieser Funktion ist sie auch Mitglied des ETINED Bureau sowie von ENRIO. Sabine Chai studierte Theologie, Sinologie und Religionswissenschaft an der Universität Wien sowie Communication an der San Diego State University und an der University of Maryland, College Park (Ph.D. 2013) mit Fokus auf Interkulturelle Kommunikation, Negotiation, Persuasion und Social Influence sowie quantitative Forschungsmethodik. Sie unterrichtete und forschte an der Western Kentucky University, dann am icddr,b und im Rahmen des Field Epidemiology Training Programms in Dhaka, Bangladesch.

Kontakt

Kompetenzzentrum für wissenschaftliche Integrität Schweiz

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